Von Gestern bis Heute

Von Gestern bis Heute

- Ein Verband stellt sich vor -

 

 

Die heutige Briloner Sodalität, - Sodalität heißt übersetzt soviel wie brüderliche Gemeinschaft -, wurde am 18. Juni 1848 als "Marianische Junggesellen-Sodalität" gegründet. 202 Jünglinge bzw. unverheiratete Männer und Geistliche Herren wurden allein am Gründungstag aufgenommen. Mitbegründer und 1. Präses war der Gymnasiallehrer Christoph Becker.

 

Ziel war, so die Statuten, "... Beförderung der Ehre Gottes, Verehrung der allerseligsten Jungfrau Maria und Nachahmung ihres schönen Tugendbeispiels". Sie wurde für die Pfarrei Brilon und zwar an der Nikolaikirche errichtet, so steht es schon in den Statuten von 1848.

 

Ebenfalls am Gründungstag errichtet wurde das Kreuz auf dem Ratmerstein.

 

Zu den ersten großen Errungenschaften gehörten bereits im Jahre 1848 die Gründung eines eigenen Chores, der als Vorläufer des heutigen Männerchors Brilon gilt, 1849 die Genehmigung und Durchführung des ersten 40-stündigen Gebetes am Sonntag Quinquagesima und den beiden folgenden Fastnachtstagen in der Nikolaikirche, sowie ebenfalls 1849 die Gründung des 1. Briloner Musikvereins, Vorläufer des heutigen Briloner Blasorchesters und 1850 die Einführung der Maiandachten in Brilon.

 

Die Verbreitung der Sodalitäten war vor dem 2. Weltkrieg sehr groß im Bistum Paderborn. In einem Paderborner Verzeichnis von 1931 sind noch 164 Sodalitäten im ehemaligen Herzogtum Westfalen verzeichnet. Durch das Nationalsozialistische Regime wurden alle Sodalitäten verboten und aufgelöst, so auch die Briloner. Nur der Hartnäckigkeit des damaligen Präfekten Albert Bunse, der fast 50 Jahre die Bruderschaft unter anderem durch 2 Weltkriege  führte,  und einiger weniger Sodalen ist es zu verdanken, dass die Sodalität Brilon als einzige im ganzen Erzbistum Paderborn diese schwierige Zeit überstanden hat.

 

Zu neuer Blüte nach dem Krieg kam die Sodalität als 1952 Vikar Kuhne nach Brilon kam und Präses wurde. Ihm gelang es innerhalb kurzer Zeit eine große Schar junger Männer um sich zu sammeln und für die Sodalität zu begeistern. Ausflugsfahrten wurden gemacht und auch die ersten Karnevalsfeiern fallen in diese Zeit. In der Folgezeit gehörten neben den religiösen Angeboten ein regelmäßiges Bildungsangebot sowie in den sechziger Jahren unter Präses Rupert Bechheim die ersten Zeltlager und Ferienfreizeiten  für Jugendliche zum Programm.

 

Eine grundlegende Änderung erfuhr die Sodalität, als sie sich auch für Mädchen öffnete. Nach über dreijähriger Vorbereitungszeit, maßgeblich gefördert und angetrieben durch unseren heutigen Ehrenpräfekten Bernhard Sommer, und zum Teil heftigen Auseinandersetzungen innerhalb der Sodalität konnten am 01. Februar 1976 durch die damaligen Präfekten Hans-Werner Beule und Willi Mengeringhausen sowie Präses Norbert Schickentanz die ersten 90 Mädchen aufgenommen werden.

 

Die dazugehörige Satzungsänderung wurde am 01. Dezember 1981 durch Erzbischof Johannes-Joachim Degenhardt genehmigt, der Vereinsname lautet nun:

 

"Marianische Sodalität Brilon 1848".

 

Seit den siebziger Jahren werden die Mitglieder nicht mehr nach der Schulentlassung aufgenommen, sondern bereits nach der 1. Hl. Kommunion, so dass die ersten Kindergruppen gegründet wurden. Zuerst getrennt nach Jungen- und Mädchengruppen, jetzt aber nur noch als gemischte Gruppen.

 

Mit der Einführung der neuen Satzung war auch die Möglichkeit gegeben, dass erwachsene Frauen aufgenommen werden konnten. So wurden am 02. Februar 1984 die ersten Frauen aufgenommen und somit der "Frauenkreis" der Sodalität gegründet. Einmal monatlich treffen sie sich im Sodalenzimmer oder auch zu anderen Aktivitäten wie Wandern, gemeinsamem Frühstück oder auch Bastelabenden. Auch eine Tagesfahrt gehört zu ihrem Jahresprogramm.

 

Eine zweite Gruppe jüngerer Frauen trifft sich ebenfalls monatlich unter der Bezeichnung "Frauentreff". Zu ihrem Programm gehören Basteln, Rad fahren, Inline skaten, Wandern oder auch Eislaufen.

 

 

Für alle Kinder und Jugendlichen wurden von 1971 bis 2008 jährlich in den Sommerferien Ferienfreizeiten in Österreich, der Schweiz oder Deutschland angeboten. An diesen Freizeiten haben in den vergangenen 37 Jahren mehrere tausend Jungen und Mädchen aus Brilon und den umliegenden Ortschaften und Nachbarstädten teilgenommen. Von 1971 – 1999 lag die Hauptorganisation dieser Freizeiten in den Händen von Bernhard Sommer, von 2000 - 2008 kümmerte sich Carsten Adolfs um diese sehr arbeitsintensive Aufgabe.

 

Innerhalb der Aktivitäten, die  im Laufe eines Jahres durchgeführt werden, bilden die Gebetstage, früher auch 40-stündiges Gebet genannt, das Hochfest der Sodalität. Die Gebetstage werden seit 1849 ununterbrochen an den „närrischen“ Tagen in der Nikolaikirche gefeiert. Aus den früher 40 Stunden sind inzwischen 21 Gottesdienste und Betstunden sowie die stillen Anbetungszeiten entstanden. Sie werden nicht nur von den Mitgliedern der Sodalität, sondern auch von anderen Institutionen und Verbänden der Propsteigemeinde mitgetragen. Aber nicht nur das gemeinsame Gebet steht an diesen Tagen auf dem Programm, sondern auch das gemeinsame Feiern kommt nicht zu kurz. Den Abschluss der Gebetstage bildet das traditionelle Würsteessen im Anschluss an den feierlichen Schlussgottesdienst am Fastnachtsdienstag.

 

Für alle Sodalen zählen aber auch die Gemeinschaftsmessen und die Frühschichten in der Advents- und Fastenzeit mit anschließendem Kaffeetrinken zum ständigen Programm. Aber auch das Brauchtum wird bei den Sodalen gepflegt, wie z.B. Palmweihe, Osterfeuer, Kräuterweihe, Erntedank, Krippenspiel und die Teilnahme an der Sternsingeraktion.

 

Der Versammlungsraum der Sodalen ist seit 1848 das sogenannte "Sodalenzimmer" im an die Nikolaikirche angrenzenden Schulgebäude, der heutigen  Heinrich-Lübke-Schule. Vor allem für die Sitzungen des Vorstandes und der Sachausschüsse der Sodalität, aber auch für weitere Gesprächs- und Bildungsangebote, sowie für die Kaffeetrinken nach Gemeinschaftsmessen oder den Frühschichten im Advent und in der Fastenzeit wird dieser Raum genutzt. Seit einigen Jahren gibt es zudem noch den "Sodalenkeller", ebenfalls im genannten Schulgebäude, der uns von der Stadt Brilon zur Nutzung übergeben wurde. Nach aufwendigen Renovierungsarbeiten stehen uns seit dem Sommer 1997 dort zwei Gruppenräume, ein Clubraum, ein Töpferraum, ein Gewölbekeller für kleine Feiern und eine Küche zur Verfügung. Hier finden vor allem alle Gruppenstunden der Kinder- und Jugendgruppen statt.

 

Die Sodalität wird heute von einem aus 16 gewählten Personen bestehenden Vorstand geleitet. Unterstützt werden sie bei ihrer Arbeit durch den  Ehrenpräfekt Bernhard Sommer.  Außerdem unterstützen die Mitglieder der verschiedenen Sachausschüsse die Arbeit des Vorstandes.

 

Derzeit hat die Sodalität ca. 420 Mitglieder. Die Marianische Sodalität Brilon hat sich somit im Laufe von über 160 Jahren von einer Junggesellen-Sodalität zu einem lebendigen Familienverband entwickelt, der sicherlich auch in Zukunft zum aktiven Leben in der Stadt und der Propsteigemeinde Brilon beitragen wird.

Nächste Termine

 

Weihnachtsbaumaktion mit der Landjugend am 19.01.2018. Ab 08:30 sollten die Bäume gut sichtbar an der Straße stehen. 

 

Gemeinschaftsmesse Maria Lichtmess

10:00 Uhr in der Nikolaikirche anschließend Kaffeetrinken im Sodalenzimmer

 

170. Gebetstage vom 03.03.2019 - 05.03.2019

Die Gebetstage in diesem Jahr stehen unter dem Leitwort: "... habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht!" Festprediger beim diesjährigen Schlusshochamt wird Georg Ischler sein.

 

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© Marianische Sodalität Brilon 1848